Rothenburg pittoresk gespiegelt
Warum wurde Rothenburg im 19. Jahrhundert weltberühmt und was bedeutet der Begriff „pittoresk“? In diesem medienübergreifenden Workshop ergründen die Jugendlichen die Ursprünge des Tourismus und der Landschaftsmalerei. Mit Spiegelfliesen und ihren eigenen Smartphones inszenieren sie die Altstadt in der Tradition des historischen Claude-Glases völlig neu.
Teil 1: Der Urvater des Instagram-Filters (Die Kunstgeschichte)
Wir starten im Workshopraum mit einer bildtheoretischen Entdeckungsreise ins 18. und 19. Jahrhundert. Die Schüler*innen lernen die Geschichte des Claude-Glases kennen – benannt nach dem Maler Claude Lorrain. Sie erfahren, warum reisende Künstler der Romantik ihren Rücken zur Landschaft drehten, um die Natur im dunklen, gewölbten Spiegel zu betrachten. Zudem besprechen wir, wie Rothenburg durch diesen speziellen Blick als „bildschönes“, unberührtes Kunstwerk (pittoresk) weltberühmt wurde.
Teil 2: Foto-Safari mit dem analogen Filter (Die Kunstpraxis)
Ausgerüstet mit Spiegelfliesen und eigenen Smartphones geht es hinaus in den Stadtraum. Hier wird experimentiert: Die Jugendlichen halten die Spiegel in der Hand, stellen sie schräg an Mauern oder legen sie flach auf das Pflaster. So fangen sie die Fachwerkhäuser, Stadtmauern und hoch aufragenden Türme als faszinierende Spiegelung ein. Durch das Kippen, Stellen und Legen der Fliesen entstehen ganz neue, schräge Blickwinkel. Der Fokus liegt auf der bewussten Bildkomposition und ungewöhnlichen Raumperspektiven.
Teil 3: Kuration & Reflektion im Atelier
Zurück im Workshopraum wählen die Schüler*innen ihre stärkste Fotografie aus. Die Jugendlichen reflektieren, wie durch den Spiegel die digitale Wahrnehmung manipuliert wurde und wie sich die Ästhetik des „Pittoresken“ bis heute in unseren täglichen Social-Media-Sehgewohnheiten (wie Instagram-Filtern) hält.
Schlechtwetter-Plan
Notfalls nutzen wir das historischen Rathausgewölbe am Marktplatz oder die komplett überdachten Wehrgänge der Stadtmauer.
Die wichtigsten Fakten für deine Planung
- Dauer: 90 Minuten pro Gruppe.
- Materialservice: Materialien und Malkittel werden gestellt. Die Gruppe muss nichts mitbringen (außer bei manchen Angeboten ein Handy zum Fotografieren).
- Kosten: 8,50 € pro Teilnehmer*in. Mindestbetrag pro 90-Minuten-Durchgang: 90,00 Euro.
Anmeldung
Anmeldung über www.popup-rothenburg.de
Veranstaltungsort
Workshopraum im Pop-up ROTHENBURG
Rödergasse 2-4, 91541 Rothenburg o.d.T.
» Link zum Google-Maps-Eintrag (externer Link)
Wichtige Hinweise zu Gruppengröße & Ablauf bei Gruppen
Unser kreativer Workshop-Raum im 1. Stock des Pop Up Rothenburg bietet Platz für maximal 15 Teilnehmende zeitgleich an mehreren großen Tischen. Da eine professionelle Ausarbeitung der Techniken die vollen 90 Minuten benötigt, nutzen wir für Gruppen ab 16 Personen (wie z.B. reguläre Schulklassen) ein bewährtes Staffel-Modell mit den Nachbarmuseen (z. B. dem Mittelalterlichen Kriminalmuseum oder dem RothenburgMuseum) im fliegenden Wechsel:
- Durchgang 1: Gruppe A (max. 15 Personen) absolviert den Kunst-Workshop bei mir. Gruppe B besucht zeitgleich das Museum.
- Puffer & Vorbereitung: 30 Minuten Pause für den fliegenden Wechsel der Gruppen, zum Durchatmen und damit ich die Arbeitsplätze und Materialien für die zweite Gruppe wieder frisch herrichten kann.
- Durchgang 2: Gruppe B absolviert den Kunst-Workshop bei mir. Gruppe A besucht das Museum.
LehrplanPLUS- & KM-Bezug
Das Modul deckt die Kompetenzen in den Bereichen Fotografie/Experimentelle digitale Medien sowie Kunstgeschichte (Romantik/Landschaftsmalerei/Gebauter Raum) ab. Die Jugendlichen schulen ihre visuelle Kompetenz bei der Bildgestaltung (Ausschnitt, Kontrast, Perspektive im Raum) und erproben Fotografie als experimentelles künstlerisches Medium. Sie reflektieren kritisch den Wandel von historischen, analogen Sehhilfen hin zu modernen Algorithmen.
Modul 11 | Kategorie D | Mittelstufe und Oberstufe (8-13)
Montessori-Impuls (Erdkinderplan)
Das Legen und Stellen der Spiegel entschleunigt die visuelle Wahrnehmung und schult das Auge für ungewöhnliche Bildkompositionen. Die Schüler setzen sich intensiv mit ihrer physischen Umwelt auseinander und lernen, die Ästhetik des Raumes im Rahmen der freien Wahl des Bildausschnitts eigenverantwortlich aus neuen Blickwinkeln zu erforschen.
Schlagworte
Rothenburg, pittoresk, Spiegelung, Spiegel, Tourismus, Landschaftsmalerei, Spiegelfliesen, Smartphone, Inszenierung, Claude-Glas, Claude Lorrain, Romantik, Landschaft, Natur, Social-Media, Sehgewohnheiten
Hallo, ich bin Claudia!

Ich begleite dich mit fundierten Techniken, viel Erfahrung und Herzblut auf deiner kreativen Reise.
Seit 30 Jahren schaffe ich Räume, in denen man seinen eigenen künstlerischen Stil ausprobieren kann.

